Die Ergebnisse der Studie zum PAAQ-G werden hier am Ende der Auswertung angezeigt.


Vincent van Gogh, “Erste Schritte (nach Millet)” (1890, Metropolitan Museum)

Viele Eltern kennen das: Ihnen ist es wichtig, dass Ihre Lieblingsmenschen keine anstrengenden Emotionen „beherbergen“ müssen. Das Weinen des eigenen Kindes tut weh. Dass Sie es kaum aushalten, ist kein Mangel an Stärke. Es ist eher ein Zeichen dafür, dass Sie dieses Gefühl selbst kennen. Dass Sie wissen, wie schwer es ist, so etwas in sich zu tragen.

Und genau deshalb ist es knifflig. Wenn wir nachgeben, ablenken oder schnell trösten, wird es sofort ruhiger – im Kind und in uns. Diese Erleichterung ist auch der Grund, warum wir am nächsten Morgen dasselbe tun. Nur bekommt Ihr Sohn dabei selten die Gelegenheit zu erfahren, dass er einen schwierigen Vormittag übersteht. Dass er der Angst nicht gehorchen muss und sich für etwas anderes entscheiden kann.

Es gibt einen anderen Weg: Nehmen Sie zuerst sich selbst wahr: „Mir wird gerade eng, ich möchte, dass das aufhört.“ Das allein schafft schon etwas Luft. Lassen Sie das Gefühl Ihres Sohnes stehen, statt es wegzureden:

„Du hast Bauchweh und Angst. Ich glaube dir das.“ Und gehen Sie dann einen Schritt mit ihm bis zum Schultor, mit einer kleinen, dennoch verlässlichen Abmachung, wie der Tag ausgeht.

Kinder sagen selten, sie wollen später glücklich werden oder heiter sein. Sie wollen Feuerwehrmann, Ärztin, Superheldin sein. Superhelden und Superheldinnen sind aber nicht nur mutig und stark, sie sind auch verängstigt, ratlos, manchmal verzweifelt – und tun es trotzdem.

Das dürfen Kinder an uns lernen: nicht, dass Angst verschwindet, sondern dass man sie mitnehmen kann.

Seien Sie dabei geduldig mit sich. Und holen Sie sich Unterstützung, wenn es zu viel wird.